Es gibt kaum genug Worte, um die Pracht und Vielfalt der Wildblumenwiesen von Namaqualand zu beschreiben. Orange und gelbe Teppiche leuchten uns an, dazwischen kugelige Polster in strahlendem Pink und Lila. Je näher wir kommen und je weiter wir auf dem Skilpad Wildflower Pfad wandern, desto mehr Arten und Formen der herrlichen Flora entdecken wir. Da finden sich dann auch blitzblaue kleine neben großen orangen Blüten. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, wie viele Schattierungen von Orange sich in einer einzigen Wiese befinden können. Die Köpfchen der Blumen drehen sich zur Sonne und gehen immer weiter auf. Ich sitze auf eine Bank umringt von einem Meer in Orange und überlege, was für Meisterwerke wohl Monet und Van Gogh angesichts dieses Anblicks auf ihre Leinwände gezaubert hätten.
Entlang des Pfades wechselt je nach Bewuchs auch der Duft. Mal sind es würzige, dann wieder grasige Gerüche oder solche, die mich an kräftige Kräuterteemischungen erinnern. Manche Büsche werden ebenfalls geziert von gelben oder weißen Blüten, andere bezaubern uns mit ihrem ungewöhnlichen Wuchs oder einzigartigen Blattformen, und hin und wieder steht da auch einer der bizarren und für die Gegend typischen Köcherbäume an einem Felsen. Der Park ist wahrlich ein Garten Eden. Kein Gärtner oder Landschaftsarchitekt auf dieser Welt könnte das schaffen, was die Natur hier hervorbringt. Und wir stehen mittendrin in diesen märchenhaften Wiesen – dankbar und demütig, dass wir diese nur wenige Wochen anhaltende, überwältigende Schönheit live erleben dürfen.
Auch die Fahrt über den Pass hinab nach Soebotsfontein ist ein Augenschmaus, nicht nur der Blüten, sondern auch der weiten Ausblicke wegen. Die 4×4-Strecke windet sich steil bergab bis unter 170 Meter Seehöhe, durchquert kilometerlang weite, flache Ebenen (natürlich in voller Blüte), um sich dann den nächsten Pass steil und kurvenreich wieder hinaufzuschlängeln. So überwinden wir ausgehend von unserer Basis in Springbok in einem Tagesausflug einen Höhenunterschied von rund 830 Metern. Die Berglandschaften haben es ebenfalls in sich, die Blumenvielfalt erobert auch hier jede Felsritze und Flussböschung. Bis zum Schluss versetzt uns diese Landschaft in Staunen und grenzenlose Bewunderung.
An unserem zweiten Tag im Blumenparadies besuchen wir das Goegap Nature Reserve, das angrenzend an Springbok liegt. Dort starten wir zunächst mit einer rund zweistündigen Bergwanderung, die uns recht steil bergauf an einer Wasserfallwand vorbei in ein Hochplateau führt. Die Anstrengung wird reich belohnt mit einer überwältigenden Pracht an Pflanzen und atemberaubenden Ausblicken auf die großartige, blumenübersäte Szenerie in den Tälern ringsum. Ich sitze begeistert und dauergrinsend auf einem Felsmugel, umringt von gelben, orangen und pinken Bütenpolstern. Am Weg hinab ins Tal finden wir immer noch neue Blüten an Disteln, Sukkulenten, Kakteen und Büschen. Die Vielfalt an Farben und Formen ist überwältigend. Nach der Wanderung beschließen wir, unseren Aufenthalt im Geogap Reserve mit einer guten Jause am blumengesäumten Picknicksite und einer Fahrt entlang sanfter, mit farbigen Blumenteppichen bewachsener Hänge, die wir von hoch oben schon bestaunt hatten.
Wenngleich es unmöglich ist, all unsere Eindrücke oder gar die Düfte wiederzugeben, so überreichen wir unseren Lesern mit viel Freude in den nachfolgenden Bildgalerien wenigstens einen fotografischen Blumenstrauß ganz nach dem Motto „Lass die Blumen sprechen!“
Tipps für die „Blumengegend“ (Ende August 2025):
- Ende August / Anfang September ist die beste Zeit für die Blumen. Nach einer starken Regenzeit wie heuer, kann die Blüte aber auch schon früher beginnen und das Gebiet ab Mitte August in allen Farben erstrahlen.
- Springbock ist eine gute Ausgangsbasis, der Caravan Park dort ist zwar neben der Straße, aber auch schön gelegen.
- Unbedingt beide Parks besuchen – Skilpad und Goegap. In beiden Gebieten lohnt jedenfalls eine Wanderung, da man dann die vielen unglaublichen Detail noch besser sieht! In Skilpad sind die Trails für jeden geeignet, in Goegap war zumindest der grüne Trail schon eine kleine Bergtour, die Trekking-Schuhe und eine gewisse Kondition erfordert.
- Aus Silkpad zurück nach Springbock jedenfalls den 4×4-Trail über Soebotsfontein nehmen – zuerst steig bergab, dann über einige Pässe und durch herrliche Gebirgstäler. iOverlander hat auch einige Wildcamps verzeichnet, die wir unbedingt empfehlen, weil sie in herrlicher Landschaft liegen.
- Springbock bietet Einkaufsmöglichkeiten jeder Art. Im „Autorama“ haben wir zwei etwas komplexere Reparaturen in unserer Kabine geschafft, der Spar ist ok, viele Tankstellen. Zum Essen empfehlen wir das „Herb Garden“, wir hatten dort herrliche Spingbock- und Oryx-Steaks.














































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