Kalagadi Transfrontier National Park

Nach den einsamen Tagen im Khutse Game Reserve steht uns eine lange Etappe bevor, weshalb wir so nah wie möglich an den Startpunkt der Trasse Richtung Mabuasehube-Sektor des Kalagadi Transfrontrier National Parks gelangen wollen. Unterkünfte gibt’s entlang dieser langen, schnurgeraden Strecke so gut wie keine. Daher werfen wir wieder mal einem Blick auf die iOverlander-App und entdecken kurz vor Sekoma den Eintrag eines wilden Camping Spots. Wir schauen uns die beschriebene Stichstraße an und gelangen an einen ruhigen Platz abseits der Hauptstraße. Das passt gut, hier verbringen wir die Nacht, die tatsächlich völlig ungestört verläuft. 

Früh morgens nehmen wir rasch die letzten 10km zur Tankstelle in Sekoma. Während Martin tankt, kümmere ich mich schon mal um Holznachschub und verstaue die diesmal riesigen Pakete sicher in der Dachbox. Leider funktioniert die Wasserleitung am Shop nicht, doch die hilfsbereiten Shop-Mitarbeiter weisen auf den Wassertanklaster direkt hinter Luna. Sie hatte selbst gerade Trinkwasser in ihre 5l Kanister gepumpt. So ein glücklicher Zufall! Der Fahrer ist gerne bereit, uns auch ein paar Liter der hier sehr wertvollen Fracht zu überlassen. Wir bedanken uns und erkundigen uns nach dem Preis, worauf der Fahrer jedoch abwehrend winkt – das finden wir nun doppelt nett, denn die ganze Gegend scheint wegen des salzigen Grundwassers auf diesen LKW angewiesen zu sein. Überall sehen wir die markant grünen 500 Liter-Tanks, die befüllt werden wollen.

Der Shop ist für alles gerüstet (außer eben Wasser). Auf geschätzten 40m2 finden sich allerlei praktische Campingutensilien, Lebensmittel und Haushaltswaren sowie große Regale gefüllt mit Autoersatzteilen und Heimwerkerbedarf, die mit jedem Baumarkt mithalten könnten. Und nicht zu vergessen: extrem hilfsbereites und sichtbares Personal (letzteres muss man ja bekanntlich in den europäischen Baumärkten verzweifelt suchen). Wir winken zum Abschied. „Ready to go bush again!“  

Bei der Routenwahl vertrauen wir auf die Beschreibung in unserem Reiseführer, dass es sich bei der rund 128 Kilometer langen Strecke um die beste (!) Zufahrt von den drei möglichen handle – eine gut befahrbare Cutline (i.e. kerzengerade Feuerschneise). Die unbeschilderte Einfahrt durch einen Weidezaun finden wir dank präziser GPS-Koordinaten. Zunächst geht es eine Weile auf einem Sandweg entlang durch einen dichten Wald, der dann in einer großen Kurve um eine Farm herumführt. Das holprige Wellblech ist enervierend und wir trösten uns mit der Aussicht auf Besserung, sobald am Ende des Farmzauns die beschriebene gute Cutline Road erreicht ist. Doch weit gefehlt, die vermeintlich (laut unserem Reiseführer) „besser befahrbare“ Straße entspricht bei weitem nicht den Erwartungen, sie ist sogar noch schlimmer, und wir quälen uns zeitweise nur im Schritttempo voran! 

Die Gegend ist so einsam und verlassen, dass wir getrost nach rund 4 Stunden Fahrt mitten auf dem Weg halt machen und kurzerhand unsere tägliche Dusche nehmen. Nicht einmal ein Borstenhörnchen schaut uns dabei zu, obwohl wir links und rechts von uns zahlreiche Eingänge zu deren weitläufigen Bauen erspähen. Erfrischt und wieder bestens gelaunt braut Barista Martin noch einen guten Mokka mit der allseits geliebten Bialetti und reicht mir durch den Moskitovorhang die blauen Espressotassen, auf denen jeweils ein köstlich süßer Muffin schaukelt. „Café Kalahari“ taufe ich diesen Ort. 

Gestärkt und munter packen wir die letzten 25 Kilometer der „Waschrumpelpiste“, die es uns zum Ende hin nochmals so richtig zeigt. All unsere durchgeklopften Muskeln jubeln voller Erleichterung und Hoffnung, als wir endlich bei der T-Kreuzung auf die parallel zur Parkgrenze verlaufenden Piste stoßen – ein baldiges Ende dieser zwar streckenmäßig kurzen, aber zeitlich langen Etappe ist in Reichweite.

Am Gate geht das Einchecken flott. Da kein Park-Mitarbeiter vor Ort ist, regeln wir die Übernachtung in der ersten Nacht mit dem „Inter-Tourism“ Agenten, für die Folgenächte haben wir ja schon vorab gebucht. Die Parkfees sollen wir dann eben beim Verlassen des Parks in Twee Rivieren (Südafrika) bezahlen, dort gibt es ein Büro der botswanischen Parkbehörde.  

Der zugeteilte Campsite heißt „Lefika“ und ist schnell gefunden, er liegt direkt am Rand der großen Pfanne mit gutem Rundumblick. Einrichtungen hat er genau gar keine, wir sehen nur die von den vorhergehenden Campern angelegten Feuerstellen, von denen wir uns eine aussuchen, unsere Campingsessel dort platzieren und einmal mit einem Bier die Ankunft in der herrlichen Wildnis in Mabuasehube feiern. 

Es dauert nicht lange, bis wir Besuch bekommen. Ein neugieriger Schakal schleicht durchs Gebüsch und schlendert dann seelenruhig nur rund 20 Meter entfernt über den Platz. 

Die heutige Nacht verspricht wieder kalt zu werden, und müde vom langen Tag schlüpfen wir in die Schlafsäcke. Kurz vor dem Einschlafen vernehmen wir noch Löwengebrüll. Sehr weit sind sie diesmal nicht entfernt. In der Früh bin ich doppelt vorsichtig, bevor ich die Heckklappe öffne. In alle Richtungen schaue ich hinaus. Es scheint ruhig zu sein. Ich balanciere mit Klopapier bewaffnet die Stiege hinab, bin eben fertig mit meinem Geschäft, da ertönt ein empörtes, tiefes „Ummmpfffff“ einer Löwin aus dem Busch zu mir herüber. Ich glaube, derart schnell war ich noch nie über die Trittleiter zurück in der Kabine und hab die Heckklappe zugezogen. Martin meint – noch oben im Bett liegend – unter schallendem Gelächter, ich sei regelrecht hereingeflogen. 

Zwei weitere nette Überraschungen bringt dieser Morgen. Wir denken fast, dass wir in einen Spiegel schauen, als ein Worldcruiser, beinahe baugleich mit Luna, die Einfahrt zu unserem Site nimmt. Da wir aber noch nicht draußen sind, verzieht sich das andere Vehikel diskret wieder. Nicht lange danach biegen die langreisenden Franzosen mit ihrem „Armadillo“ (Defender), die wir schon in der Central Kalahari getroffen hatten, auf unseren Campsite ein. Wir tratschen ein bisschen mit den beiden und erfahren, dass zwei Löwinnen den Campsite neben uns belagert haben und die dortigen Camper den Aufenthalt – verschanzt in der Klohütte – unfreiwillig verlängern mussten. Bei uns hätte es keine Klohütte gegeben – Löwengebrüll verleiht dann eben Flügel!

Wie auf fast allen Campsites wechseln sich verschiedene Vogelgruppen auf der Suche nach Körnern, Krümeln und sonstigen Happen ab. Besonders die Frankolins (Hühner) und Tokos dürften hier einen Narren an unseren Muffins gefressen haben. Die brauchten nur das Rascheln des Papiers zu hören und schon umringen uns mindestens fünf von ihnen. Ein Frankolin-Hahn ersann sogar eine besonders schlaue Taktik, um bei mir zu betteln. Er bringt mir seine Küken-Schar und lässt die kleinen, nur rund 10 Zentimeter großen, fiependen Flaumknäuel über meine Füße laufen und schaut mich mit diesem erwartungsfrohen Blick an, als würde er sagen: „Schau, ich hab´ doch eine Familie zu versorgen!“ Es ist einfach entzückend, was man mit den Tieren hier draußen alles erlebt. Und natürlich hat seine Strategie Erfolg!

Die beiden Franzosen sind zurückgekehrt und fragen, ob sie bei uns am Platz campen dürften. Keine Frage, wir laden zum gemeinsamen Braai. Sie bringen ihre Wurst und Salat, wir steuern unsere Steaks, Grillkartoffel und Gemüse bei. Es wird ein sehr netter Abend mit vielen afrikanischen Geschichten und Erlebnisse an den lodernden Flammen des wärmenden Feuers. Selbst der Schakal scheint interessiert zu lauschen und kommt immer wieder mal vorbei. Vielleicht interessieren ihn aber auch nur die Leckerbissen auf unseren Tellern…

In der Früh holt er sich dann auch dankbar die übriggebliebenen Knochen, knurpst und kaut in einiger Entfernung darauf herum. Auch unsere geflügelten Freunde sind schon wach und laufen eilig unters Auto, als Wasser herausfließt. Rund um die paar irrtümlich herabpurzelnden Cornflakes-Brösel herrscht Ausnahmezustand. 

Wir verabschieden uns von Marie und Patrick, die beiden haben Pläne für die Weiterfahrt außerhalb des Parks. Wir bleiben noch im Park und beginnen unsere Runde zum nächsten Campsite über die Khiding Pan im Nordwesten. Das dortige Wasserloch schillert rostig rot, weiße Salzkristalle haben sich an den Rändern gebildet. Das Wasser plätschert in den kleinen Pool aus einem ebenfalls von Salz verkrusteten Rohr. Der Test am Auslass bestätigt die Vermutung, für die Tiere ist diese Tränke keine Option. So sehen wir auch hier vorwiegend schöne Vögel, wie die Gabelrake und ein paar Oryx, die recht lange ohne Süßwasser auskommen.

Von Khiding aus geht es über mehrere, von gelbem Gras bewachsene Hügel nach Osten. Weich umschmeichelt das Gras die trotzig dazwischen aufragenden Stämme der knorrigen, blattlosen Bäume. Deren Rinden wirken uneben, zerfurcht von Wind und Dürre, manche haben ganz in Trauerweidenmanier nach unten gebogene Arme, deren tausendfache kahle Verästelung ein dichtes Geflecht bis zum Boden bildet. 

Die Mabuasehube Pan begeistert uns sofort wieder mit ihrem umwerfenden Panorama. Es wirkt wie eines dieser aus verschiedenfarbigem Sand gefertigten Bilder, die oft in Souvenirläden feilgeboten werden. Nur diesmal ist die Künstlerin die Natur selbst, die Schichten aus braunen, gelben, mint- und sogar leicht rosa-farbenen Tönen malt. Verträumt schauen wir hinaus über die Pfanne, auf der eine Springbockherde weit verteilt grast. Der Campsite mit dem hölzernen V-förmigen Schattendach über der Betonplattform ist uns vertraut, hier waren wir schon mal. Erneut dauert es nicht lange, und die unterschiedlichsten Vogelarten besuchen uns. Schwarze Krähen, Tokos, Glanzstare, Tauben, Perlhühner und verschiedene bunte Kleinvögel wechseln sich ab an der kleinen Tränke, die Camper vor uns fürsorglich aus einem PET-Kanister gebastelt haben. Rund um uns piepst, zwitschert und gackert es ohne Unterlass. 

Bei meiner Yogaeinheit im Schatten der Plattform beäugt mich – interessiert innehaltend – eine Manguste. Später, als ich mit meiner Dusche an Lunas Heck beginne, schleicht sich hinter mir ein vorwitziger kleiner Spanner an. Als ich mich umdrehe, stellt er sich auf seine Hinterbeinchen und wippt ertappt mit dem borstigen, langen Hörnchen-Schwanz. Sein schuldbewusster Blick bringt mich zum Lachen. Immer mehr von den kleinen Rackern tauchen auf, wohl auf der Suche nach einem zum Verzehr geeigneten Happen. Campingplätze sind wahrlich ein ergiebiges Wildtierhabitat. Sie eignen sich hervorragend für die Beobachtung von kleinen Opportunisten!

Links und rechts von uns hält der Schatten Einzug über der Pfanne. Wir sitzen an unsrem Sundowner-Spot noch auf Lunas Dach im sonnigen Kegel und beobachten, wie sich die Springböcke im immer kleiner werdenden Sonnen-Fleck direkt vor uns sammeln. Cheers, der Savanna schmeckt heute besonders! Wir leeren den letzten Schluck, als sich die Sonne hinter den Hügel verzieht und die Springböcke im selben Moment quasi unsichtbar werden im hohen Gras. Mabuasehube Pan ist auch in der Dunkelheit ein malerischer Kraftort, an dem der Sternenhimmel samt Milchstraße herrlich klar ist. 

Für die Transferfahrt von Mabuasehube (Botswana) nach Nossob (Südafrika) begeben wir uns auf den Boso-Trail, den man ohne separates Permit und in beide Richtungen befahren darf. Die anderen beiden Trails sind one-way, erfordern ein Permit, und es müssen zumindest zwei Autos gemeinsam fahren. Grundsätzlich könnte man die 173 Kilometer als Tagesetappe anlegen, aber wir machen es verteilt über zwei Tage mit einmal Wildcamping. An der Strecke durch den Busch öffnen sich immer wieder Pfannen und Lichtungen. Je weiter nach Westen wir gelangen, desto lichter wird der Busch und desto mehr rote Dünen tauchen auf, dazwischen immer wieder die lustigen Ansammlungen von grünen und gelben Buschmelonen. Unvermittelt vermeldet der Steirer hinter dem Lenkrad: „Wia a Küabisfölllld daham! A Blutsa nem em ondan!“ (hochdeutsch: „Jö schau, ein Feld voll dicht aneinander gereihter Kürbisse! Wie zu Hause!“). Neugierig, wie sie wohl innen aussehen, sammeln wir zwei Exemplare ein, um sie später zu schlachten. Unsere Recherche nach stellen die fruchtigen Kugeln die primäre Wasserquelle für die Tiere dar, da bei den Salzpfannen oft nur salzhaltiges Wasser verfügbar ist. Zweiundzwanzig der Melonen haben zudem in etwa den Energiewert von einem Kilogramm Fleisch. Sie reifen im Winter und sind dann über Monate hindurch genießbar. Mahlzeit!

Die Strecke aus überwiegend rotem Sand ist gut befahrbar, nur hin und wieder müssen wir Luna vorsichtig über ein paar Steinpassagen bringen. Zahlreiche Blitzschlagopfer stehen in der Landschaft. Diese Bäume sind der verkohlte Beweis für die heftigen Gewitterstürme, die hier in der Regenzeit über die Wüste fegen. Es mehren sich die Webervogelnester. Manche Arten errichten als Kolonie riesige Bauten aus Halmen, welche die Äste hoher Bäume manchmal gänzlich umhüllen. Die Eingänge sind – vom Regen geschützt – jeweils an der Unterseite. Im Unterschied zu diesen Sozialbauten bevorzugen andere wiederrum mehr Privatsphäre und weben ein kunstvolles, an langen, dünnen Ästen herabbaumelndes Einfamilien-Nest. 

Wir passieren das kultige „burnt car“, das Reisende mit zahlreichen Stickern und sogar T-Shirts und Puppen dekoriert haben. Ab nun wird der von der Sonne aufgeheizte Sand immer weicher und tiefer. Die Dünenkämme werden höher und auch steiler, sodass Martin immer öfter die Untersetzung und die Sperren einsetzen muss. Es wird Zeit, einen Übernachtungsplatz zu suchen. 

In der Früh ist es noch recht kalt, als wir die ersten hohen Dünen in Angriff nehmen. Ich mache meinen ersten Dünen-Fahrkurs. Martin erklärt mir geduldig die beste Technik, welcher Gang zu nehmen ist, wie Untersetzung und Sperren wirken und wann ich wieviel Gas geben soll (Zitat: „Bodenblech! JETZT!“). Bei der ersten fällt es mir noch schwer, da Lunas Motor noch kalt ist. Wir müssen etwas zurückrollen und es erneut versuchen. Bei der zweiten Düne bin ich schon mutiger und bringe Luna stolz im ersten Versuch über den Dünenkamm. Ab jetzt macht es richtig Spaß. Erst für die letzten zwei großen Dünen, bei denen sich schon mehrere Umfahrungen und sichtbare Kampfspuren gebildet haben, überlasse ich Martin gerne wieder den Fahrersitz. 

Die Abfahrt von der letzten großen Düne führt direkt durch das trockene Nossob-Flussbett nach Südafrika. Im Nossob-Restcamp halten wir nur kurz, um unser Permit für Südafrika zu holen. Wir haben nicht reserviert und müssen ohnehin bis Twee Rivieren fahren, um dort die Grenzformalitäten zu erledigen. Die Fahrt ist lang, und an den Wasserlöchern ist kaum was los. Wir sehen nur Springböcke, Oryx, Gnus und Strauße. Von den vielen Löwen, die es hier vor einigen Jahren fast an jeder Wasserstelle lagen, ist weit und breit nichts zu sehen. Leider gelangen wir dann auch zu spät an den Grenzposten, der schon um 16:00 schließt, weshalb wir auch nicht in Südafrika stehen dürfen. Kurz vor 18:00 helfen uns die botswanischen Nationalpark-Leute dann doch noch, und wir bekommen einen Platz in Rooiputs auf einem Hügel auf der botswanischen Uferseite des Nossob-Tals rund 25 km entfernt. Es ist wie gewohnt ohne Zaun, womit wir noch einmal Wildnis-Feeling genießen dürfen. Die Südafrikaner lieben es, ihre Camps mit hohen Zäunen zu umgeben, damit kein Tier über Mangusten-Größe die Camper belästigt. Warn-und Verbotsschilder warnen vor allen möglichen Gefahren. Irgendwie vertraut man in Botswana mehr auf den natürlichen Überlebenstrieb der Besucher. Da wir diesen Trieb auch haben, genießen wir die neunte Buschnacht in Folge, lediglich „bedroht“ durch einen Schakal, eine Giant Eagle Owl und einen Springhasen („African Roo“). 

Für den Morning Drive queren wir hinüber ins Auob-Tal. Die Staubfahne, die Luna auf der grauen Gravel Road aufwirbelt, steht wie Nebel in der Morgenluft und verzieht sich erst ganz langsam. Auf der Überfahrt begegnet uns auf einer hohen Düne noch einmak ein Schakal. Die Landschaft ist eine schöne Abwechslung zum Nossob-Tal und bringt Ein-und Ausblicke über die weitläufige  Dünenlandschaft. Ansonsten bleibt es auch im Auob- Tal tiermäßig eher ruhig und weit hinter unseren Erwartungen.  

Pünktlich vor 11:00 Uhr checken wir aus dem Park aus und passieren die Grenze nach Südafrika. Der Grenzpolizist hat zunächst keine Ahnung, wie ein Carnet de Passage für ein Auto funktioniert, aber er telefoniert ein bisschen herum, und schlussendlich kümmern sich sein Chef und noch weitere vier (!!!) herbeigerufene, uniformierte Kollegen (zu Lernzwecken) gemeinsam darum, dass das Formular richtig ausgefüllt und vor allem and den richtigen Stellen gestempelt wird. Die Prozedur hat uns hungrig gemacht, und wir gönnen uns ein paar Kilometer weiter im „Black Mane“-Restaurant ein ausgiebiges und herzhaftes Mittagessen, begleitet von einem kühlen Windhoek Draught Das Bierglas ist mit einem Löwen mit spektakulärer, schwarzer Mähne bedruckt. Unsere erste Löwensichtung seit Tagen….. 

Tipps für den Kalagadi Transfrontier National Park (August 2025):

  • Die Zufahrtsstraßen nach Mabuasehube sind in sehr schlechtem Zustand. Von Sekoma kommend besteht die Cutline für 90 Kilometer aus katastrophalem Wellblech, die Piste von Hukuntsi ist breiter, abschnittsweise auch in schlechtem Zustand, aber wahrscheinlich die bessere Variante.
  • Rechtzeitige Wasser tanken! Zumindest in der Region rund um Sekoma gibt es Süßwasser nur aus dem Tank-LKW, im Park selbst waren nicht nur fast alle Wasserlöcher, sondern auch die Wasserhähne am Gate und auf den Sites (wenn vorhanden) trocken.
  • Der Boso Trail ist mit einem Geländewagen zu bewältigen, ein wenig Erfahrung mit Tiefsand kann aber nicht schaden. Die Dünen sind früher am Tag leichter zu fahren, da der Sand dann noch härter ist. In Ost-West-Richtung sind die Dünenhänge ein wenig flacher als umgekehrt.
  • Man kann den Boso Trail in einem Tag fahren, wenn man bei Sonnenaufgang loslegt. Entspannter ist er in zwei Etappen, wobei man nicht unbedingt den Campsite in Motopi nehmen muss (wenn, dann besser Motopi 2, weil reizvollere Umgebung), sondern möglichst weit fahren und dann wild campen sollte, um am nächsten Tag schnell ins Nossob-Tal zu kommen.
  • Der Park beeindruckt im Mabuasehube-Teil durch die beeindruckende Landschaft rund um die Pfannen, Tiere gibt es viel weniger als noch vor 10 Jahren.
  • Unser Lieblings-Campsite ist Mabuasehube Pan 2 – die dort lebende Hörnchen-Kolonie will gefüttert, die lokale Vogelwelt mit Wasser versorgt werden!
  • Die Camps auf der südafrikanischen Seite sind charme-befreit. Vor allem in Tween Rivieren am Parkeingang kommt keinerlei Busch-Stimmung auf. Am staubigen Site stehen die Autos aufgereiht nebeneinander. Einzig die Duschen sind gut, es gibt Süßwasser auch zum Nachfüllen für den Tank und eine Waschmaschine.
  • Unsere Empfehlung für eine Reise aus Botswana: Boso Trai in zwei Tagen, dann in Nossob registrieren (muss sein) und weiter bis zum Rooiputs Cam auf der botswanischen Seite (Wildnis-Feeling, keine Zäune). Am nächsten Tag ca. 14 Kilometer nach Norden und bei Kij Kij ins Aoub-Tal queren (breite und kurvige Gravel Road durch eine sehr schöne Dünenlandschaft), danach durchs Aoub-Tal nach Süden und aus dem Park (vor 11:00 zahlt man keinen neuen Tag).
  • Die Grenzformalitäten erledigt man in Twee Rivieren (One-Stop-Boarder). Die Grenze schließt um 16:00 Uhr, Immigration und Zoll sind in einer halben Stunde erledigt. Lediglich die Südafrikaner konnten mit den Carnet anfangs nicht umgehen, mit ein paar Erklärungen bekamen wir es von der Polizei abgestempelt (kein Zoll vor Ort).
  • Nach dem Park Richtung Süden: Lunch oder Dinner im Black Mane Restaurant ein paar Kilometer nach dem Gate – tolle Steaks und Pizza, auch Lodge und Campsite sind sicherlich schön.

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