Northern Tuli Game Reserve

Es ist 6:00 Uhr morgens und noch kalt. Die kleine Gruppe der Gäste des kleinen Serolo Camps sammelt sich in engem Kreis um die Feuerstelle, eingemummt in mehrere Schichten, eine Tasse dampfenden Tee oder Kaffee in der Hand. Die Vorfreude auf den heutigen Game Drive steigt, und die Gespräche drehen sich um die aufregenden Tiersichtungen des Vortages. Die Welt außerhalb des Reservats ist ganz weit weg. Safari-Feeling!

Der Tuli Block präsentiert sich uns gleich bei unserem ersten Besuch als faszinierendes und abwechslungsreiches Habitat. Vor vielen Jahren, als wir vom südafrikanischen Mapungubwe National Park aus über den Limpopo herüberblickten, hatten wir uns vorgenommen, dieses abgelegene Schutzgebiet einmal zu besuchen. Hier gibt es keinen Campsite, und so verbringen wir zwei Nächte in einer netten Hütte des Serolo Camps von Tuli Wilderness am Limpopo. 

Obwohl wir erst am frühen Nachmittag ankommen, begeben wir uns auf die erste Pirsch – unmittelbar nach einem späten Lunch auf dem geschickt im Schatten eines riesigen alten Baumes platzierten Decks. Unser Guide Darius holt uns ab. Rasch packt er noch schnell die gewünschten Sundowner Drinks in die Kühlbox und platziert sie vor dem Beifahrersitz des alten grünen Game-Drive-Defenders. Wir klettern auf die mittlere Bank des offenen Vehikels und lernen unsere Co-Safari-Gäste kennen. Zwei Engländer, die inzwischen in Kapstadt leben, und zwei Australier, die aktuell in Botswana zu Hause sind und ihren 25. Hochzeitstag im Busch feiern. Allesamt erfahrene Afrika-Reisende.   

Im Northern Tuli Reserve sind keine Selbstfahrten erlaubt, und als Darius beginnt, den offenen Defender durch die dichte und verwinkelte Vegetation im Limpopo-Schwemmgebiet zu kurbeln, ist uns auch klar, warum hier nur Gamedriver erlaubt sind. Mit einem Overlander wie Luna wäre hier absolut kein Durchkommen. Selbst ein Dach am Safarivehikel wäre schon zu viel und äußerst hinderlich angesichts der tiefhängenden Äste. 

Langsam schaukeln wir dahin und gehen immer wieder in Deckung, wenn vom Fahrersitz „Watch out – branch“ ertönt. Die Wasseroberfläche des Limpopo schimmert und die orangefarbene Uferböschung auf der südafrikanischen Seite leuchtet in der Spätnachmittagssonne. In einiger Entfernung sehen wir die ersten Elefanten, die dabei sind, den Fluss zu queren. Kurz vor den Felsen macht der Defi dann einen radikalen 90 Grad Schwenk und knattert den Hang hinauf. Schlagartig sind wir aus dem Uferwald mit seinem saftig grünen Bewuchs heraußen und tauchen in nicht minder dichten, aber wesentlich trockeneren, Mopane-Busch ein. Der Untergrund wechselt von tiefsandig zu steinig. Für uns ist kaum ein Weg erkennbar, überall wachsen die von Elefanten angeknabberten und kurzgehaltenen Mopane-Büsche. Darius um- und überfährt sie immer wieder, um dahinter in tiefe Löcher und Furchen zu plumpsen. („poor tyres“ murmelt Elton hinter mir). Der Defi trotzt alledem und demonstriert meisterlich, was die Verschränkung bei einem Geländewagen ausmacht, während es uns einmal mehr und manchmal erschreckend stark in Schräglage wirft – festhalten! Zweimal verabschiedet sich beinahe die Kühlbox (es gibt keine Beifahrertüre), bis der Guide sie doch besser unter die Bank der Engländer verräumt – wäre doch zu schade, wenn wir die kühlen Savannas für den Sonnenuntergang verlieren!

Während der holprigen Fahrt erzählt uns Darius, warum er gerade hier entlang will. Am Vortag hatte das Team den Streit einer Leopardin und einer Hyäne um die frisch erlegte Beute beobachtet. Schlussendlich sei die siegreiche Katze damit in diese Richtung davon. Tatsächlich erreichen wir den Baum, auf den sie die Antilope gezerrt und weit oben in die Krone  – urerreichbar für die konkurrierende Hyäne – gehängt hat. Die schlanken Beine des Impala-Kadavers baumeln für uns sichtbar herab. Doch von der Katze keine Spur. 

Offroad, zwischen engsten Büschen – vor, zurück und durch – umkurven wir mehrmals geduldig und erwartungsfroh den Beute-Baum. Sieben Augenpaare suchen gebannt das Buschwerk ab. Und tatsächlich: nur rund 100 Meter entfernt auf einer leichten Anhöhe liegt die wunderschöne, gut genährte gefleckte Katze lang ausgestreckt im Schatten. Nur kurz hebt sie den Kopf wegen des Motorengeräuschs, und wir erhaschen einen Blick in ihre großen gelben Augen. Was für ein Start. 

Weiter geht’s tiefer hinein ins Gebiet. Über die grasige Savanne in einen kleinen Wald, in dem wir unvermittelt von gut 30 Elefanten umgeben sind.  Die lassen sich kaum von uns stören und rupfen weiter an den Mopane-Sträuchern. Entzückte Aufschreie aller Damen im Defi ertönen, als der kleinste, circa sechs Monate alte Elefant im Eiltempo mit ausgestrecktem Rüssel und abgespreizten Ohren seiner Mutter hinterherläuft, um die Zitzen zu erwischen. Die riesige Matriarchin führt ihre Herde tiefer hinein in den Wald. 

Wir ziehen auch weiter auf die andere Seite der Haupt-Trasse, dort wird’s nochmal steinig und hügelig. Die Sonne ist dahinter schon fast nicht mehr zu sehen. Die Savanna-Flaschen klimpern verführerisch unter der Bank, doch unsere Vermutung, dass wir auf den Hügel fahren für den Sundowner, wird enttäuscht. Darius will noch mehr für uns entdecken. Der Mann weiß, was er tut, denn es gelingt ihm, dem Wunsch der Engländerin, endlich einmal eine „Brown Hyena“ zu sehen, zu entsprechen. Auch für uns ein großes Highlight, erst wenige Male hatten wir bisher das Glück, auf eines dieser sehr seltenen und im Unterschied zu ihren gefleckten Artgenossen meist einzelgängerischen Tiere zu treffen. Oben auf einem flachen rotbraunen Granitfelsen zwischen den Bäumen döst eine in der Nähe ihres Baus. Im Unterschied zur Tüpfelhyäne ist ihr fluffiges, längeres Fell dunkel-bis schwarzbraun und der Kopf eher grau. Das Vergnügen ist kurz, denn die Hyäne verzieht sich weiter hinunter hinter den Felsen und entschwindet aus unserem Blickfeld. 

„All right, let´s go celebrate our Leopard and Hyena“ ruft Darius vergnügt und bringt uns auf eine freie Fläche. Wir springen aus dem Vehikel und stretchen unsere Beine. Die kleine Kühlbox ist schnell auf der Motorhaube platziert, und endlich dürfen die Savannas raus. Sie schmecken uns nach so einem ereignisreichen Tag auch im Dunkeln. Cheers!

Auf dem Heimweg leuchten die Spotter (fast alle haben ihre Taschenlampen dabei) die Büsche und Bäume ab. Sensationell ist die Sichtung einer Afrikanischen Wildkatze, die auch bevorzugt in der Nacht auf Jagd geht. Sie sieht beinahe aus wie ihre domestizierten Verwandten, ist nur unmerklich größer. Wir entdecken ein paar Hasen und auf der Grasebene vor dem Camp eine stattliche Herde der scheuen Eland, der größten afrikanischen Antilope. 

Was für eine Ausfahrt. Die zweite Gruppe ist auch schon retour und wir tauschen die Geschichten am Feuer aus, bis Kennedy (der Koch) aus der Küche kommt, um stolz sein Dinner zu präsentieren. Es schmeckt hervorragend.

Vor dem Schlafengehen streift noch ein Elefant zwischen den Hütten durch und bricht hie und da ein paar Äste ab. Dann ist es ruhig und wir schlüpfen unter die dicken Decken, unter denen die Heinzelmädchen des Camps vorsorglich schon die heißen Wärmeflaschen gelegt haben. Das ist auch nötig, denn die fünf Hütten haben außer Moskitonetzen keine Fensterscheiben. 

Tagwache ist um 5:45, hurtig streifen wir die Safarihose und drei Schichten über, schrubben schnell die Zähne und schnappen Fernglas, Kamera, Handy, Trinkflasche, Hut, Sonnencreme und Sonnenbrille. Schnell eine heiße Tasse Kaffee und zwei Scheiben vom French Toast am Feuer, und wir sind bereit für die Ausfahrt. Pünktlich um 6:30 lenkt Darius den in der Kälte noch mehr ratternden Defi um den großen Baum am Eingang und wir springen hinein. Wir scherzen über unsere heutigen Tierwünsche und beauftragen ihn, ein Pangolin und einen Honigdachs für uns zu finden. Er lacht erfreut über unser großes Vertrauen in seine Fährtenlesekünste, bezeichnet das Schuppentier als „10 million dollar jackpot“ und lenkt uns schnell mit seinem tatsächlichen Plan von unseren illusorischen – und nicht ganz ernst gemeinten – Wünschen ab: wir fahren zum Baum mit der Leoparden-Beute!

Eingewickelt in die Fleece-Decken, den Hoody über den Ohren unter dem Hut, trotze ich dem kalten Fahrtwind. Die Engländerin – selbst mit winterlicher Pommelhaube ausgestattet – reicht mir noch ein paar ihrer Wollhandschuhe, die ich dankend überstreife. Wir holpern los und erkennen den Buschpfad vom Vortag, es geht wieder zum Beutebaum. Zu Recht, denn dort, man glaubts ja kaum, warten bereits eine große Tüpfelhyäne unten am Stamm und zwei (!!!) Leoparden auf dem Baum. Einer davon frisst an der mittlerweile gut abgehangenen Antilope, sein Schmatzen und Knurpsen vom Zerbeißen der Knochen ist deutlich zu hören. Die Hyäne wirft immer wieder einen sehnsüchtigen Blick hinauf. Nur ganz selten fällt ein Min-Stückchen herunter, welches sie eiligst verschlingt. Laut Darius sind die beiden Leoparden die bereits ausgewachsenen Jungen der gestern gesichteten Leopardin. Obwohl schon selbständig, überlässt sie ihnen offenbar einen großen Teil ihrer Beute. 

Unser Standplatz ist gut, aber wir müssen geduldig warten, zu sehr sind die Katzen von den Blättern verdeckt. Nur hin und wieder hebt der fressende Leopard in der Baumkrone den Kopf hoch genug und schaut zu uns herab. Die zweite Katze liegt entspannt auf einem seitlichen Ast, wohl im Vertrauen darauf, dass noch genug Impala übrig ist. Nach fast einer Stunde ist der männliche Leopard satt und will vom Baum, doch da wartet ja die Hyäne. Was nun? Es geht blitzschnell, er jagt hinab, die Hyäne springt auf, reagiert aber zu langsam, und der Kater zischt davon in die Büsche. Weg ist er. Jetzt ist die Leopardin am Baum dran. Geschmeidig balanciert sie durch das Astwerk hinauf in die Krone, übernimmt den Platz ihres Bruders und beginnt ihrerseits zu schmatzen. Dem hungrigen Gast am Boden schenkt sie öfter mal einen Brocken und uns hie und da einen Blick aus ihren wachsamen Augen. Wow, das war wohl eines der beeindruckendsten Safari-Erlebnisse, die wir je hatten! 

Überglücklich schaukeln wir weiter zum nächsten Highlight. In der Nacht hatten wir in ziemlicher Entfernung mehrfach das tiefe „uhh-uumpff“ von miteinander kommunizierenden Löwen gehört. Die wollen wir heute suchen, der Pangolin muss warten. Es geht wieder in das Gebiet hinter den Granithügeln Richtung Sumpf. Die Funksprüche zwischen den Guides gehen hin und her, und siehe da, auf einmal liegt eine Gruppe Junglöwen im Alter von rund eineinhalb bis zwei Jahren – vor uns am Boden. Ihr Fell zeigt noch Spuren der Flecken, die typisch für Jungtiere sind, und die Männchen haben erst einen Hauch von der später mal mächtigen Mähne. Es sind insgesamt acht Tiere, eines davon die erfahrene Leitlöwin. Einen großen männlichen Löwen hat das Rudel laut Darius derzeit nicht und die zweite große Löwin sei von einigen Monate altersbedingt gestorben. Der verbliebenen erwachsenen Löwin obliegt die große Aufgabe, eine achtköpfige Familie durchzubringen. Eine Weile stehen wir bei den Katzen und warten, ob sie irgendwelche Faxen machen. Aber dafür sind sie dann doch schon zu erwachsen.

Wir steuern weiter hinein in den Busch und machen einen großen Bogen um eine Elefantenherde hinaus an den Rand der sogenannten „Marsh“, des saftig grünen Sumpflandes, auf dem sich ebenfalls einige Elefanten tummeln. Mit dem Fernglas erspähen wir verschiedene Gänse und einen einzelnen Waterbuck. 

Unsere Mägen fangen langsam an zu knurren, es wird Zeit, den Rückweg anzutreten. Wir wissen, dass Kennedy und seine Mädels mit einem ausgiebigen Brunch schon auf uns warten. Und nicht nur sie! Als wir unter dem großen Baum aus dem Auto klettern, stillt gerade eine Elefantenherde ihren Durst am Wasserloch vor dem Deck. Eigentlich müsste man gar nicht viel herumfahren, wenn die Tiere eh jeden Tag hier im Camp vorbeischauen. Fast automatisch und gleichzeitig zücken alle wieder Handy und Kamera, zu unwiderstehlich ist der Anblick des kleinen Elefantenbabys, das erst lernt, zum Trinken den Rüssel ins Wasser zu tauchen. 

Der nette Plungepool am Deck des Camps sieht sehr verlockend aus. Doch so gerne ich normalerweise in Pools hüpfe, es ist Winter, und so überlasse ich diesmal das Feld den im Eisbaden geübteren Gästen. Aber keiner der anderen kann sich überwinden, es zu versuchen. Wir ziehen uns in unsere Hütte zurück und rasten ein wenig, erfüllt von den vielen schönen Eindrücken und Gedanken über die wunderbare Natur.

Ich wache vom Bimmeln meines Weckers auf, hab ihn sicherheitshalber vor dem Nickerchen gestellt, auf keinen Fall will ich zu spät zum Nachmittags-Drive kommen. Der beginnt auch gleich malerisch, wir fahren schaukelnd über die Schwemmkegel des Limpopo nach Nordosten, zwischen Baumriesen und über Beete von wildem Salbei, der durch den Druck der Reifen sein betörendes Aroma verströmt. Der Pfad endet an einem flachen halbrunden Sandstrand. Auf der gegenüberliegenden Seite haben Bienenfresser ihre langen Bruthöhlen in die ockerfarbenen Uferböschungen gebaut, hoch über ihnen schlafen die seltsamen Marabus und ein paar Paviane betreiben auf der kleinen Sandbank gegenseitige Fellpflege. Ein hübscher Kingfisher späht von seinem Ast ins Wasser, bis er pfeilschnell hinabschießt und mit einem zappelnden kleinen Fisch im roten spitzen Schnabel wieder auftaucht. Wir seufzen verträumt ob der Schönheit dieser Landschaft. 

Darius lässt den Motor an und scherzt: „Ok, let´s look for that Pangolin now“. Gelächter auf allen Bänken. Die Fahrt geht Richtung Berge, wir treffen erneut die Eland-Herde (diesmal bei Tageslicht) und ihre Zebra-Freunde, auch ein paar Giraffen versuchen erfolglos, hinter den Büschen in Deckung zu gehen. Auf der anderen Seite finden wir nochmal das Löwenrudel, wie ein Knäuel liegen sie eng beieinander und schlafen. Langsam steht einer nach dem anderen auf und sie bringen sich in Position, offenbar beginnt die Stunde der Jagd für die Leitlöwin, und gleichzeitig für die Jungtiere eine Lektion. Gebannt sitzen sie an der Böschung und blicken in die Richtung, in die ihre Mutter davongeschlichen ist. Für uns ist sie schon längst nicht mehr auszumachen und wir ziehen uns zurück, um ihren Beutezug nicht zu behindern. Am Hyänenfelsen haben wir erneut Glück, diesmal sind sogar zwei der seltenen schönen Tiere außerhalb ihres Baus anzutreffen. Später feiern wir wieder bei einem Savanna die großartigen Sichtungen des Tages – auch ohne Honigdachs und Pangolin. Bedächtig kurven wir retour und tauchen ein in den Wald, noch eine Biegung und wir landen auf einer von zahlreichen Brown-Bag-Laternen ausgeleuchteten Lichtung. In der Mitte brennt ein großes Lagerfeuer mit Sesseln herum. Gedeckte Dinner-Tische sind ebenfalls im Halbkreis mitten im Busch platziert – richtig romantisch. Kennedy und Lodgemanagerin Julie begrüßen uns fröhlich mit einem Aperitif. Da hat sich das Team richtig ins Zeug gelegt, um uns einen romantisch schönen letzten Abend in Tuli´s Busch zu bescheren. Keine von uns hatte auch nur die leiseste Ahnung, die Überraschung für „Team Pangolin“ ist wirklich sehr gut gelungen!

Die Sonne streichelt am nächsten Morgen erst sanft die Spitzen der Granithügel und bringt die Kakteen an deren Flanken zum Leuchten. Erneut dick vermummt drücken wir uns in die Fleece-Decken und genießen unsere letzte morgendliche Ausfahrt mit Darius. Zum Abschluss will er uns noch eine neue Landschaft jenseits der Hügel zeigen. Dort breiten sich weite Ebenen aus, ein ideales Habitat für Strauße und Geparde. Erstere lassen sich dann auch blicken, Geparde leider nicht – wäre auch zu schön gewesen! Darius manövriert den Defi fast senkrecht in das tiefsandige, breite Bett eines Limpopo-Zuflusses hinab. Aus der Ferne schreitet ein großer Elefantenbulle heran und zieht majestätisch an uns vorbei die Uferböschung hinauf. Empört hören wir ihn grummeln und tröten, als er vor dem wegen der Untersetzung aufheulenden Motor Reißaus nimmt. Links und rechts an den Uferbänken stehen uralte knorrige Baumriesen, vermehrt tauchen abgerundete Granitfelsen-Hügel auf. Heute steht mehr die Landschaft im Vordergrund und wir genießen unseren Tee auf dem hölzernen Deck im ersten Stock des ebenfalls zu Serolo gehörenden Buschcamps mit tollem Rundumblick.  

Am Rückweg klettert das Safarivehikel nochmals hinauf durch die steinige enge Gasse und erlaubt einen letzten Blick auf die saftig grünen Marsh-Wiesen. Vollgeladen mit der Energie, die Tulis faszinierende Landschaft an uns weitergibt, kehren wir zurück ins Serolo Camp. Nach dem ausgiebigen Brunch heißt es Abschied nehmen. Auch der fällt äußerst herzlich aus. Wir haben uns in diesem kleinen Camp dank seines engagierten, freundlichen Teams äußerst wohl gefühlt. Deborah, die Engländerin, meint trefflich, es sei fast wie eine kleine Familie auf Zeit, die sich nun wieder in alle möglichen Richtungen zerstreut. 

Wir packen Luna auf und wollen gleich losfahren. Allerdings macht der neben uns geparkte Mietwagen keinen Mucks und braucht einen Kick von Luna. Unsere Batterie haucht dem Nachbarn wieder Leben ein, danach begeben wir uns mit leichter Verspätung auf die Piste zu unserem nächsten Ziel, Limpopo Lipadi, das keine 60 Kilometer weit entfernt liegt. Dort quartieren wir uns auf dem Campsite des Longwope Farmhouse ein, der sehr nett und komfortabel mit privaten Ablutions angelegt ist. Wir wollten hier eigentlich auch das Reservat erkunden, dürfen aber leider nicht selbst fahren und müssen einen weiteren Gamedrive buchen, dessen einziges Highlight dann drei Nashörner sind, die unseren Weg kreuzen.  Daher entscheiden wir uns, am nächsten Tag einen Stehtag einzulegen, um uns und Luna zu putzen, Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen und am Abend das Burenwurst-Braai bei Vollmond so richtig zu genießen.

Unsere Tipps für den Tuli-Block (August 2025): 

  • Serolo Camp: fünf Hütten mit voller Verpflegung, eine für Selbstversorger, zwei Gamedrives pro Tag sind inkludiert. Guides und Küche sind großartig! Das Camp ist die einzige leistbare Option im Tuli-Block, alle anderen Lodges tiefer im Park rangieren im hochpreisigen Luxus-Segment. Das Serolo Camp ist auf Monate hinaus ausgebucht, daher frühzeitig anfragen!
  • Man sollte zumindest zwei Nächte im Park einplanen, vielleicht noch eine weitere in einem Buschcamp. Die Landschaft des Tuli-Blocks ist extrem vielfältig, Tierdichte und Biodiversität beeindruckend. Da sich der Park aufgrund seiner Lage nicht auf den üblichen Botswana-Routen der Pauschalanbieter befindet, ist das 72.000 Hektar große Privat-Reservat im Vergleich zum Delta oder den Salzpfannen wenig besucht, was zur perfekten Wildnis-Atmosphäre beiträgt.
  • Die Anfahrt aus Botswana ist aus dem Norden bis auf die letzten 10 Kilometer vor dem Gate asphaltiert und in gutem Zustand. Aus Südafrika kommend muss man eine teilweise sehr schlechte Gravel Road zwischen Limpopo-Lipadi und dem Tuli-Block in Kauf nehmen, die in der letzten Regenzeit arg ramponiert wurde und aufgrund der dünnen Besiedlung sehr weit unten auf der Prioritätenliste der botswanischen Regierung rangiert…
  • Pangolin wird man auch hier keinen zu Gesicht bekommen….

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