Nach unserer Nacht am kleinen Marongora Campsite holen wir uns rasch das Permit für Mana Pools im ZimPark Office und sausen von rund 800m beim Übernachtungsplatz in steilen Kurven, auf guter, neuer Straße hinab auf 400m Seehöhe ins Zambezi-Tal, das sich in der Morgensonne noch dunstig vor uns auftut.
Ab dem ersten Gate ist die Zufahrt eine schreckliche Rumpelpiste mit vielen steinigen Passagen und von der letzten Flut zerstörten Brücken, für die es aber brauchbare Umfahrungen durch die inzwischen trockenen Flüsse gibt. Der Stopp nach 30km beim zweiten Gate ist eine willkommene Pause. Dort werden unsere Daten in sauberer Handschrift akribische notiert. Im überdimensionalen Registerbuch sind über zwei Blätter hinweg mit Kugelschreiber säuberlich die Spalten für die zu erfassenden Daten der Ankömmlinge und Abreisenden gezogen. Anders als gewohnt, müssen wir hier sogar unseren Pass herzeigen. Wie üblich lachen alle bei der Erklärung, dass wir in Austria und nicht in Australien wohnen. Das Land ohne Kängurus, dafür mit viel Schnee.
Der nächste Kunde zeigt ein eher unfreundliches Auftreten. Schon als er reinkommt, wirkt sein ganzes Gehabe irgendwie zornig. Mit mehr als nötigem Nachdruck legt er sein Permit samt Brille auf den großen Schreibtisch aus dunklem Holz, obwohl die Angestellte mit mir noch gar nicht fertig ist. Ärgerlich hinterfragt er die aus seiner Sicht unsinnige Bitte nach seiner ID oder Pass, die er nicht dabei hätte. Kein Wunder, dass weiße Touristen bei Afrikanern oft als ungeduldig und rüde rüberkommen. Die Angestellte ist flexibel, am Ende tut es dann auch sein Führerschein.
Ich hingegen winke ihr noch kurz zu und bedanke mich beim Verlassen des Gebäudes, worauf sie mir lächelnd eine tolle Zeit im Park wünscht.
Oh nein, beim Einsteigen fällt mein Blick auf den Schlüsselbund vom Marongora Campsite, der friedlich in unserer Mittelkonsole schlummert. Jetzt ist es zu spät zum Umkehren. Ich beruhige mein schlechtes Gewissen damit, dass ich die wichtigsten Türen ja offengelassen hatte. Damit sollte es kein Problem sein, wenn wir die Schlüssel erst in drei Tagen vorbeibringen.
Ab nun wird die Piste gefühlt besser und nach insgesamt drei Stunden Anfahrt (für 60km!) erreichen wir das Park Headquarter bei Nyamepi. Der Empfang im Camp ist äußerst freundlich, auch hier muss zunächst die Bürokratie erledigt werden und wir zahlen noch die Gebühr für das Auto und einen kleinen offen Restbetrag, der im Zuge der internationalen Überweisung nicht auf dem Konto von ZimParks, sondern als Transferspesen bei der Bank gelandet ist. Ich freue mich, dass wir auch einen Bushwalk für den zweiten Tag buchen können. Der „Indemnity Waiver“ ist schnell ausgfüllt, doch für die zweite Unterschrift muss ich Martin erst mal suchen. Während ich den Papierkram machte, hat er sich schon mal draußen ein bisschen umgesehen. Ich finde ihn ums Eck beim lustigen Tratsch mit ein paar Südafrikanern, die von Luna angelockt wurden – sie ist und bleibt eine Attraktion. Es stellt sich heraus, dass einer der Herren ein waschechter Villacher ist, der vor über 30 Jahren ausgewandert ist. Ein klein wenig ist der typisch kärntnerische Akzent noch zu erahnen, wenn er im heimatlichen Idiom mit uns spricht. Lei lei!
Wir bekommen noch einige hilfreiche Tipps zu den Tiersichtungen, dann machen wir uns auf die Suche nach unserem Campsite Nummer 19, den ich anhand einer Karte aus dem Internet vorab schon ausgewählt und gebucht hatte. Der erste Versuch geht schief und wir landen in einer Sackgasse mitten im Staff-Quarter, das passiert uns nicht zum ersten Mal. Aber macht nix, ein hilfreicher, breit grinsender Mitarbeiter zeigt uns mit den Armen fuchtelnd die Richtung, die wir einschlagen müssen. Somit finden wir wenige Minuten später unseren Platz. Volltreffer! Er liegt perfekt unter großen, dornigen Anabäumen, in der hinteren Reihe und damit vom Wind besser geschützt und nur rund dreißig Meter von den Sanitäranlagen entfernt. Obwohl nicht direkt am Zambezi (das war uns zu teuer), haben wir eine gute Aussicht, da erstaunlich wenig los ist und der Platz davor unbesetzt bleibt.
Sessel und Tisch sind schnell herausgestellt, und ich klettere noch rasch aufs Dach, um schwungvoll die Holzscheite für das abendlich Lagerfeuer hinabzuwerfen. Die schweren Mopaneholz-Prügel springen noch ein-, zweimal vom Boden auf, bevor sie sich selbst überschlagend, splitternd und krachend in einem wirren Haufen neben Luna liegen bleiben. “Das reicht jetzt schon! ” stoppt mich Martin, bevor ich den ganze Holzvorrat plündere. Er sammelt die verstreuten Scheite ein und stapelt sie neben dem Stamm der Akazie. Das Sackerl mit den Grillkohlen fliegt zum Schluss durch die Dachlucke in seine Arme. Somit ist die Basis fürs Grillen der würzigen „Boerwors“ am Abend vorbereitet. Ich klatsche nur noch kräftig mit den Händen, der Staub fliegt in kleinen Wölkchen aus den Arbeitshandschuhen. Ab jetzt können wir entspannen. Dachte ich. Der erste Besucher kommt. Er ist neugierig, groß und grau. Eh klar, wir sitzen mitten in seinen knusprigen Lieblingsleckerlis, die gekrümmten bis gedrehten orange oder rötlich-braunen rund 10 bis 15 Zentimeter langen und 2-5 Zentimeter breiten Hülsenfrüchte das Anabaums liegen ringsum. Die sind wie Chips oder Erdnüsse für uns beim Fernsehen, und Elefanten sind einfach süchtig danach. Später lernen wir, dass das auch auf andere Bewohner dieser Uferregion zutrifft.
Wir weichen aus und überlassen ihm das Feld. In sicherem Abstand beobachten wir, wie der Elefant sanft um Luna herumschleicht und dabei sorgsam den Boden nach den guten Happen abtastet. Hin und wieder beäugt er uns, lässt sich aber viel Zeit beim Kauen. Als die Luft wieder rein ist, betreten wir einen leergeräumten, sauberen Platz. Das passt perfekt, denn jetzt bekommen auch wir endlich unsere wohlverdiente Jause.
Später am Nachmittag brechen wir auf zu einen ersten Gamedrive im Nationalpark, dessen Name zurückzuführen ist auf vier (auf Shona „mana“) große Pools, die aus Altarmen des Zambezi entstanden sind – Chine-, Long-, Nkupe- und Green Pool. Wir fahren in das Gebiet nordöstlich von Nyamepi und ich route uns in einem weiten Bogen vorbei am ersten der vier Pools, durch weites, offenes Baumland bis hinauf nach Nkupe an die Grenze des Parks. Von da an dürften wir nicht ohne zusätzliches Permit fahren, also machen wir kehrt und genießen auf der Rückfahrt die wunderschöne Landschaft und Tiere im Busch entlang des herrlichen, breiten Zambezi. Bei Mana Mouth bleiben wir für den Sundowner, hier öffnet sich eine weite Schwemmebene mit viel grünem Gras, auf der sich um diese Stunde zahlreiche kleine Elefantengruppen eingefunden haben zum Fressen, Plantschen und vielleicht auch zum Austausch der letzten Buschnews. Am Ufer erspähen wir verschiedene Vögel, und hinter uns laufen die Impalas herum. Gegenüber am anderen Ufer liegt der Lower Zambezi Nationalpark in Sambia, der einerseits vom Fluss und andererseits vom hoch aufragenden Escarpment begrenzt wird. Hinter diesem verschwindet dann auch die wärmende Sonne, das ist unser Signal zur Rückkehr ins Camp. Die Distanzen in Mana Pools sind nicht groß, doch unterschätzen sollte man die Fahrten dann auch nicht.
Wir freuen uns auf einen gemütlichen Abend am Lagerfeuer, das wir schnell anzünden, einerseits als Schutz vor den Hyänen, die hier gerne herumstreunen, anderseits auch, um rasch ausreichend Glut zum Grillen zu haben. Die Folienkartoffeln kommen als erstes direkt auf die rot leuchtenden Kohlen, dann das Gemüse. Die lange, spiralförmig ins Grillgitter eingespannte Boerwors durftet schon verführerisch. Es zischt und faucht, wenn ihr Fett auf die Glut tropft. Noch zweimal gewendet, dann ist sie durch. Wir merken jetzt erst, wie hungrig wir von den Erlebnissen des Tages geworden sind.
Die Hyänen hinter uns heulen schon und wir sehen ihre Augen im Lichtkegel der Taschenlampe, die Impalas und Paviane stoßen mehrmals Warnrufe aus. Doch solange unser Feuer brennt, kommen uns die Vierbeiner nicht zu nahe – und der Wurst auch nicht!
Es wird dennoch Zeit, schlafen zu gehen. Wir müssen nur noch rasch die Sessel und den Tisch ins Auto räumen, da wir sie auf unserer morgigen ganztägigen Runde im Park dabeihaben wollen. Da taucht nochmal ein lustiger Gast auf, ein Hippo ist dem Fluss entstiegen und schnurstracks auf unseren Anabaum zumarschiert. Man glaubt gar nicht, wie schnell der dicke Kerl da war. Auch er scheint verrückt nach den Knusperlis zu sein – untertags haben im Baum herumturnenden Makaken wieder genug der begehrten Samen für die späten Besucher auf den Boden geworfen. Wir kuscheln uns in unsere Decken und lauschen noch eine Weile dem Rascheln und Knurpsen vor dem Auto, den kreischenden Pavianen, „kichernden“ Hyänen und einem Löwen, der jenseits des Flusses in Sambia akustisch sein Revier markiert.
Am nächsten Morgen ist der Hippo von seinem nächtlichen Streifzug schon längst wieder zurück im Wasser. Da sind sie auch lustig zu beobachten. Hippos tauchen normalerweise auf wie kleine U-Boote, heute jedoch springt einer fast wie ein Delphin und prustet Wasser aus den Nüstern wie ein Wal, seine Genossen spenden grunzenden Beifall ob der dargeboten Akrobatik.
Wir brechen auf zu unserem Tagestrip. Dieses Mal geht es entlang des Long Pool, an dessen Ufern wir zahlreiche große Krokodile ausmachen. Direkt daneben stehen zwei furchtlose große Reiher stoisch im flachen Wasser. Es scheint fast, als gäbe es einen Nichtangriffspakt zwischen diesen Spezies, oder der Fischreichtum des Pools ist so groß, dass die Echsen keine Lust auf ein bisschen Fleisch unter vielen Federn haben.
Viele Antilopenherden säumen unsere Route. Besonders auffallend ist dabei die Häufigkeit von Elen-Antilopen, immerhin die größte Antilope in Afrika. So viele wie hier haben wir noch in keinem Park gesehen. Hingegen sehen wir relativ wenige Kudus.
Über teils tief ausgewaschene Trassen und vorbei an mehreren von den starken Unwettern vor ein paar Monaten weggespülten Brücken geht es Richtung Green Pool und über eine offene Ebne zurück zur Hauptstrecke entlang des Zambezi. Wir können uns kaum sattsehen an den uralte Baumriesen, an denen wir immer wieder einzelne Elefantenbullen naschen sehen. Von einem der Guides, den wir beim Beine vertreten treffen, erfahren wir, dass es in Mana Pools noch zwei alte Bullen gibt, die eine besondere Technik beherrschen. Sie holen sich die wohlschmeckenden Äste von den höchsten Bäumen, indem sie sich auf ihre Hinterbeine stellen und ihre Rüssel ganz nach oben recken. Natürlich will jeder Tourist, der hierherkommt, die beiden Bullen mit Namen Fred und Boswell finden.
Auf unserer Tour fahren wir bis nach Vundu Point, dem äußersten Bereich des Parks am Fluss. Weiterfahren ist auch hier nur mit einem besonderen Permit erlaubt und daher drehen wir um. Das passt auch perfekt für unsere Pause, die wir bei New Ndugu, einem durch dichteres Buschwerk vom Wind geschützten Campsite am Fluss verbringen. Da der Platz unbesetzt ist, richten wir hier unser temporäres Mittagscamp ein. Die Ruhe hier draußen genießen wir sehr. Nur die unverkennbaren Schreie der Seeadler, das Gurren der Tauben oder das leise Rascheln der Blätter, wenn sich ein Grüppchen Impalas ebenso vor der Mittagssonne ins dichte Buschwerk zurückzieht, erinnern uns daran, dass wir hier alles andere als allein sind. Vielleicht auch die Spuren einer kleinen Gruppe Löwen auf der Straße hinter uns. Aber die sind ja bekanntlich energieeffizient und neigen um die Mittagszeit nicht gerade zu übertriebener Aktivität…
Ab rund drei Uhr am Nachmittag packen wir zusammen und machen uns auf die Rückfahrt. Dabei machen wir einen Abstecher zum Trichila Aussichtspunkt und fahren hinaus zum Mucheni Campsite, auf dem wir vor einigen Jahre zwei Nächte verbracht haben. Wir verbinden schöne Tiererlebnisse und Erinnerungen damit, vor allem an Elefanten, die wir auch jetzt hier antreffen.
Elefanten sind tatsächlich überall im Park und bilden auch eine hochwillkommene Kulisse bei unserem Dachterrassen-Sundowner mit kalten Savannas an einem Pool unweit des Camps. Zwei Kühe mit ihren Kälbern – der kleinere ist höchstens ein paar Monate alt und wird noch gesäugt – umrunden uns gemächlich auf ihrem Weg zum Wasser. Ein schöner Wasserbock mit langen Hörnern gesellt sich dazu und positioniert sich malerisch in der Abendsonne. „Prost auf diese herrliche Natur!“
Fröhlich und gut gelaunt kehren wir zurück in unser Camp. Leider erwartet uns hier eine unerfreuliche Überraschung. Unser neben dem Baum aufgeschichtetes Holz ist weg. Lediglich das Kohlensackerl wurde dagelassen. „Gibt es denn so etwas?“ Ich bin erschüttert und wütend, dass uns das hier passiert. Kann es wirklich sein, dass unter den ganz wenigen Campern hier ein Feuerholzdieb rumläuft? Diese Vorstellung trübt meine Stimmung ein wenig. Erst das rege Wildtiergeschehen um uns bringt meine Gedanken wieder in erfreulichere Bahnen. Zunächst taucht eine Elen nur fünf Meter entfernt von uns auf. Das ist einigermaßen beindruckend, denn die größte unter den Antilopen gilt eigentlich als extrem scheu. Doch auch sie liebt die Anabaum-Knusperlis, von denen wieder reichlich am Boden verstreut liegen. Dann kommen zwei Hippos aus dem Wasser und, wie sollte es anders sein, noch der obligate Elefant, um so richtig aufzuräumen. Das Feuermachen muss leider warten, bis er sich ein wenig entfernt hat, außerdem muss Martin ja erst noch ein paar Prügel zusammensuchen. Unsere waren ja wie gesagt “verschwunden”. Alsbald lodern wärmende Flammen vor uns und wir genießen die nächtliche Ruhe, die nur hin und wieder vom dumpfen Grollen unseres grauen Riesen unterbrochen wird, der noch immer ein paar Büsche hinter und vor uns anknabbert. Dann ist es still.
Der nächste Tag beginnt früh, schon um 5:50 Uhr läutet mein Wecker. Wir trinken rasch unsere Tasse Nescafe, für den ich das Wasser vorsorglich schon am Vorabend gekocht und in die Thermoskanne gefüllt hatte. Für mehr Frühstück ist keine Zeit, wir müssen los, um unseren Ranger beim Parkoffice zu treffen. Der wartet auch schon von oben bis unten in Grün gewandet und mit einem Gewehr über die Schulter baumelnd auf uns. Nach kurzer Vorstellung, er heißt Paimo, setze ich mich auf die Mittelbox in Lunas Fahrerkabine und er nimmt auf dem Beifahrersitz Platz. Martin startet und wir schaukeln vorsichtig über die Parkpisten. Glücklicherweise dauert die Fahrt nicht allzu lange und Paimo weist uns an, Luna seitlich von der Straße unweit von Long Pool zu parken. Schnell noch ein bisschen Sonnencreme ins Gesicht, Hut aufsetzen, Wasserflasche, Fernglas und Kamera schnappen und los geht´s. In der herrlich frischen Morgenluft stapfen wir los, querfeldein in die schönen, ausgetrockneten Altarme, deren Boden mit dunklem von der Sonne aufgetrocknetem Lehm bedeckt ist. Manchmal fließt in der Mitte noch ein kleines Rinnsal mit schlammigem Wasser. Vögel fliegen vor uns auf, und nicht lange, da treffen wir auch schon auf den ersten großen Elefanten. Paimo erklärt, es handle sich um Fred und fragt, ob wir näher rangehen wollen. Natürlich wollen wir! Die Gelegenheit, den berühmten Elefanten noch näher zu sehen, lassen wir keinesfalls aus. Er ist friedlich am fressen und wir können uns dem 65jährigen, mächtigen Bullen tatsächlich problemlos auf etwa 15-20 Maternäheren, ohne dass es ihn im Geringsten stört. Sowas kann man echt nur in Mana Pools machen, hier sind die Tiere extrem freundlich und seit vielen Jahren an Wanderer gewöhnt. Im Kafue zum Beispiel wäre das undenkbar und könnte sogar richtig gefährlich werden. Langsam gehen wir um ihn herum, dann hinab in eine Senke, in der wir einen nicht minder großen Kollegen von Fred antreffen. Auch er ist von uns wenig beindruckt, sein Feind ist eher ein Busch, dem er mit einem kräftigen Ruck einen „Arm“ ausreißt.
Der Walk startete mit einem Highlight, aber es kommt noch besser. Der junge Ranger blickt angestrengt nach Süden, er hat etwas gehört. Zu uns gewandt meint er leise: „You are very, very lucky. I hear the dogs, they are fighting with the Hyena over there.“ Er zeigt mit dem Finger in die Richtung, in die er achtsam, aber zügig losgeht. Wir hören nun auch die Laute der rivalisierenden Tiere. Peimo vermutet, dass die Wildhunde Beute gemacht haben und sie gegen die Hyänen verteidigen müssen. Rund ein Kilometer weiter treffen wir auf die beiden Meuten. Auch zwei Gamedriver sind schon vorort. Es ist toll, die fünf wunderschön gezeichneten Hunde zu beobachten. Sie lassen sich von uns nicht stören, obwohl wir ohne besondere Deckung nur rund zwanzig Meter entfernt stehen und sie uns mit Sicherheit gerochen und gesehen haben. Nach einer Weile laufen sowohl die Hunde, als auch die Hyänen in ein Flusstal, in das wir ihnen nicht folgen können. Wir strahlen beide glücklich und setzen unsere Wanderung fort, vorbei an Zebras und Wasserböcken und noch mehrmals Elefanten. Einer von ihnen macht uns sogar die Freude, und stellt sich beim Pflücken eines Astes auf die Hinterbeine. Am Ende des ausgiebigen, vierstündigen Walks steht noch ein Abstecher durch die dichte Ufervegetation entlang des Long Pool, von wo aus wir ein paar Hippos beim Plantschen zusehen.
Zurück im Headoffice verabschieden wir uns von Peimo. Dankbar für seine umsichtige Routenwahl gibt es ein ordentliches Trinkgeld. Es macht einfach einen Unterschied, wenn ein Ranger den Busch zu lesen weiß. Nach diesem Workout haben wir uns ein ausgiebiges Brunch wahrlich verdient.
Der Nachmittag ist äußerst gemütlich und am Abend machen wir nochmal eine kurze Runde, auf der wir erstmals in Mana Pools auch Schakale antreffen.
Mana Pools hat uns wieder begeistert und wir verlasen Nyamepi an unserem letzten Morgen mit vielen schönen Eindrücken. Einen kurzen Abstecher über Mana Mouth durch ein Gebiet, das wir bislang nicht befahren hatten, bauen wir auf dem Weg hinaus noch ein. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellt, denn wir treffen nochmals auf die Wildhunde, die uns in wilder Jagd entgegensausen, einer Gruppe Impalas hinterher hetzend. Ich schaffe es gerade noch, einen zu fotografieren, dann preschen auch schon die Hyänen um die Ecke, in der Hoffnung, dass die Hunde Erfolg haben. Martin wendet schnell und wir versuchen, sie zu verfolgen. Doch leider biegen sie tiefer in den Busch abseits des Weges, sodass wir sie bald aus den Augen verlieren. Nur die Hyänen begegnen uns noch einmal. Sie haben wohl aufgegeben und trotten die Straße entlang vor uns her. Was für eine eindrucksvoller Abschiedsvorstellung! Die lange Anfahrt hierher hat jedenfalls gelohnt, Mana Pools ist und bleibt einer unserer Lieblingsparks.
PS: Der vergessene Schlüsselbund hat übrigens den Weg zurück zum ZimPark-Office gefunden. Selbst der Wächter am ersten Gate wusste bereits Bescheid und erinnerte uns vorsorglich daran, ihn beim Vorbeifahren am Weg nach Harare dort wieder abzugeben. Machen wir dann auch.
Tipps für Mana Pools (Stand Juli 2026):
Für den Mana Pools NP muss man in Marungora (direkt an der A1 / ab 07:00 Uhr in der Früh) das Permit holen, dort kann man auch campen (eher Truck Stop Feeling mit einfachen Ablutions ohne Warmwasser).
Die Anfahrt vom ersten Gate an der Hauptstraße bis zur Rezeption dauert gut 2,5 bis drei Stunden, da die Piste vor allem für die ersten 30km zum zweiten Gate (Registrierung!) sehr schlecht ist – die ersten 6 Kilometer nach der Asphaltstraße sind extrem steinig, dann kommt sehr hartes Wellblech.
Wer sich die schönen, aber teuren Special Campsites in Mana Pools nicht leisten will, der ist auch im Nyamepi Camp gut aufgehoben. Die Sites direkt am Zambezi kosten mehr und haben einen schönen Ausblick auf den Fluss mit Sonnenauf- und -untergang. Allerdings wird man auch eingestaubt, wenn andere Autos vorbeifahren. Wir präferieren daher Sites in der zweiten Reihe, die alle unter schattigen Bäumen und näher am Busch liegen. Die Anzahl der tierischen Besucher (Elefanten, Elen, Hyänen) ist damit auch wesentlich höher! Site 19 liegt perfekt neben den Ablutions.
Unbedingt einen Bushwalk machen! Gleich bei der Ankunft an der Rezeption in Nyamepi buchen. USD 15 pro Stunde für den Guide, egal, wie viele Leute teilnehmen. Die Dauer bestimmt der Gast.



























One response
Traumhaft geschildert,