Vogelparadies Lochinvar NP

Es war wie immer ein schöner Stop-over in Livingstone. Wir konnten unsere Vorräte für die weiteren Etappen in Sambia aufstocken, Lunas Berzin- und Wassertanks nachfüllen und für unseren Airtel-Router eine neue Sim-Karte besorgen. Bei Airtel dauert es immer ein bisschen, bis man an der Reihe ist, aber der Betreuer im Shop ist kompetent und mit Hilfe der lokalen Telefonnummer einer seiner Kolleginnen funktioniert die Freischaltung der Karte dann recht flott. Jetzt sind wir gerüstet für die Fahrt auf einer Straße nach Norden, die wir schon sehr gut kennen. 

Noch wissen wir nicht, ob unser Reiseplan funktionieren wird. Mein WhatsApp-Chat mit dem Sambia-Spezialisten Theo aus der „Afrika auf eigene Faust“-Gruppe über die derzeitige Beschaffenheit der Wege im Lochinvar NP und weiter über die Kafue Flats hat uns etwas unschlüssig gemacht. Heuer ist wegen der starken Regenfälle einfach alles anders und Flexibilität in der Routenführung gefordert. Trotz alledem beschließen wir, es zu versuchen und uns vor Ort ein Bild zu machen. Wenn es zu nass ist oder uns der Black Cotton Soil abschreckt, aktivieren wir Plan B. 

Sambia ist ein Schwellenland, aber nicht (nur) so, wie es die meisten verstehen würden. Jeder Ort, der etwas auf sich hält, hat mindestens zehn Schwellen zur Verkehrsberuhigung auf dem Straßenbelag angebracht. In der Kleinstadt Kalomo zählen wir auf der Hauptstrecke durch den Ort auf nur rund zwei Kilometern unglaubliche vierundzwanzig dieser „Speed Bumps“. Wenn man Glück hat, sind sie auch mit seitlichen Pfosten markiert oder Hinweisschilder warnen rechtzeitig davor. Jedenfalls wird der Verkehr dadurch auf Schritttempo gebremst und ordentlichen Staus in den größeren Ortschaften sind dadurch vorprogrammiert. Oft tauchen diese Feinde jeder Radaufhängung auch Überland vor und nach Brücken oder Bushaltestellen auf, doch manchmal auch völlig unvermittelt ohne einen für uns erkennbaren Grund für eine Verkehrsberuhigung. Wenigstens haben wir durch diese lästigen Schwellen immer wieder auch die Gelegenheit, die am Straßenrand auf den informellen Marktständen feilgebotenen Waren zu bewundern. Da liegen riesige Hügel von Krautköpfen neben kleinen roten Tomatenpyramiden oder kunstvolle Ton- oder Holzgefäße. Die vollbepackten Fahrrad- und Motorrad Transporter kommen an solchen Engstellen oft schneller voran als die vierrädrige Konkurrenz. Einer hatte sogar drei (noch) lebende Ziegen über den Gepäcksträger geschnallt und fuhr mit über 60km/h vor uns über die Landstraße. (sorry, an alle Tierschützer)

Bei Monze biegen wir ab auf die unerwartet neue Asphaltstraße Richtung Abzweigung in den Lochinvar-Nationalpark. Da kommen wir sehr gut voran (abgesehen natürlich von den auf hier immerfort auftauchenden Schwellen). Ab dem Abzweiger erinnert uns die Zufahrt ein bisschen an unsere erste Trasse in Angola. Die letzten zwölf Kilometer sind geprägt von tiefen Auswaschungen, zahlreichen Gräben und Spuren von den Schlammdramen der vergangenen Wochen. Selbst die Eselskarren verwenden meist die seitlich entstandenen Umfahrungen (wenn vorhanden). Am Gate parken einige Lastwagen und laute Popmusik schallt uns aus den wenigen Gebäuden der kleinen Siedlung entgegen. Den Plan, heute noch außerhalb des Parks zu campen, werfen wir sogleich über Bord, es ist uns hier zu belebt. Etwas weiter drinnen finden wir bestimmt einen lauschigeren Platz. Während einer der Burschen, die uns begrüßen, für den Check-In das lange Nationalparkformular ausfüllt und die Gebühren ausrechnet, erklärt mir der andere anhand der Karte, dass uns im Uferbereich der Lagune tausende Red Lechwe-Antilopen und viele Wasservögel erwarten. Er gibt mir auch die erhofften Tipps, welche Wege im Park aktuell gut befahrbar sind. Einzig von einer Trasse nach Nordwesten rät er entschieden ab, die sei noch unpassierbar. Alle anderen Routen aber seien trocken und problemlos machbar mit unserer Luna. So ist es dann auch, bis zur noch aktiven Gipsmine in der Mitte das Parks ist die Piste sogar in sehr gutem Zustand, danach wird es wieder rauer mit ein paar Ausweichen. Summa summarum benötigen wir am nächsten Morgen rund eine Stunde von unserem Nachtlager auf einer freien Fläche mitten in den Woodlands bei den sogenannten „Drum Rocks“ bis hinaus zur Chunga Lagune. Die Wahl des wilden Campsites war gut, es ist viel ruhiger hier, nur die Pavian-Gruppe macht noch den üblichen Lärm. Nach dem Abendessen, kommen dann aber doch noch ein paar Autos und ein Motorrad die Straße entlang, ihre Lichter blenden zu uns herein. Sie bleiben stehen und steigen aus, wir warten gespannt, was sie wollen. „Knock Knock“ ruft einer der Männer freundlich beim Näherkommen. Er stellt sich und seine zwei Begleiter kurz vor. Sie sind Arbeiter der Mine am Heimweg und wollten einfach nur „Hallo“ sagen. Wir sind offenbar eine willkommene Abwechslung im Alltag der Burschen. Martin lenkt das Gespräch geschickt auf Fußball und gratuliert zum gerade erst erneut geschafften Meistertitel, als er das Barcelona-T-Shirt des Mannes sieht. Das sorgt immer für Erheiterung, und der Mann kennt sogar den Namen eines sambischen Spielers von Martins Verein zu Hause. Sie lachen vergnügt und wünschen uns eine Gute Nacht. 

Auf der Fahrt im Park durchqueren wir zunächst ein dichtes Waldgebiet, das dann langsam in offenere Savanne rechts und links von der leicht erhöhten Trasse übergeht. Dort ist es leichter, Raubvögel (z.B. den für uns neuen Wahlbergs-Adler) auszumachen, von denen es hier viele geben soll. Insgesamt beheimatet der lediglich 428km2große Park über 420 verschiedene Vogelarten, weshalb er besonders bei Ornithologen beliebt ist. Einen Vorgeschmack bereiten uns die Schwärme kleinerer Buschvögel, die als Kollektive von einem Dornbusch zum nächsten rauschen. Das Gras ist hier teils schon gelblicher, weiter draußen, wo es sumpfiger wird, leuchtet es noch saftig grün über dem schwarzen Erdreich. Besonders hübsch finde ich die schlanken Akazien mit samtiger, orangefarbener Rinde (vermutlich eine Rotakazie), die von der morgendlichen Sonne beleuchtet werden. 

Auf halber Strecke treffen wir auf einen Ranger, der zu Fuß unterwegs ist und uns ebenfalls erfreut berichtet, dass uns an der Lagune viele Tiere und Vögel erwarten. Kurz vor Erreichen des Wassers sehe ich dann erstmals – sehr versteckt im Busch-  das rötlich leuchtende Fell einzelner Red Lechwe hervorblitzen. Wir sind gespannt, ob wir noch größere Herden finden.

Wir wählen an einer Kreuzung die Piste zu einer der beiden in unserem Navi verzeichneten Campingstellflächen, die uns dann gleich gefällt. Hier wollen wir die Nacht verbringen. Aber zunächst fahren wir noch die kurze Uferstrecke entlang zum Wildhüterposten, der mittig in der einzigen wirklich schattigen Waldinsel hier draußen liegt. Wow! In dem schmalen Grasstreifen bis zum Schilfgürtel sitzen nebeneinander zahlreiche weiße Reiher, zweierlei Ibis-Arten, Gänse, Kiebitze. Gleich fünf große, elegante Graureiher teilen sich völlig reglos die Aussichtsäste auf einem kahlen Baum. Ein Frosch willst du hier nicht sein! Über dem meterhohen Schilf fliegen riesige Schwärme von Enten und Gänsen in Formation auf und ab. Martins Opa hätte eine große Freude gehabt mit diesem Vogelparadies, der Gänsezug in der Heimat war für ihn immer ein Highlight! 

Am Wildhütercamp vorbei beginnt die Chunga-Laguna mit freiem Blick auf die Wasserfläche, etwas weiter erreichen wir den Fischmarkt. Hier sieht man deutlich die häufige Anwesenheit von Menschen, denn ringsum liegt im Uferbereich ihr Plastikmüll. Wir treffen drei Fischer, die etwas verdutzt unser Wendemanöver beobachten. 

Wir verbringen einen gemütlichen Tag auf dem von uns auserkorenen Platz zum Campen. Da er wenig Schatten bietet, nützen wir die Gelegenheit, wieder mal den Aufbau unserer Markise zu üben. Das haben wir zuletzt vor mehr als einem Jahr gemacht. Dementsprechend schwer lässt sich der Reißverschluss bewegen, doch das „Q20“ (Afrikas Allzweck-Wundermittel für verdreckte Schlösser und alles Andere, das etwas Schmierung verträgt) schafft Abhilfe mit ein paar Spritzern auf den Zip. Ich schau mir sicherheitshalber die Aufstell-Anleitung auf der Innenseite der Markise nochmal an. Damit und mit etwas Intuition schaffen wir es ziemlich flott, das Teil hinzustellen, und ich muss nur noch das Abspannseil einfädeln und am Boden mit zwei Karabinern fixieren. Passt, wir haben eine Weile ausreichend Schatten.  

Am Nachmittag fahren vier Tschechen mit ihrem bei Limo Car Hire gemieteten Landcruiser um die Ecke. Wir plaudern ein bisschen und tauschen uns aus. Sie entscheiden sich dann später, direkt and der Laguna östlich vom Wildhüterposten zu campen, für uns deutlich erkennbar am Holzstoß aus gesammelten Ästen und dem daneben platzierten Kochtopf. Unseren Sundowner machen wir dort in der Nähe, wir klettern auf Lunas Terrasse und beobachten das Glitzern des Wassers, das vom Wind leicht bewegte Schilf und natürlich die Vielzahl an vorbeiziehenden Vögeln. Deren Rufe und Gezwitscher sorgen für die passende Sound-Kulisse zum gewohnt dramatischen Schauspiel der untergehenden Sonne. Lange schauen wir den Fischern zu, die ihre Boote fast lautlos mit langen Holzstäben durch die Kanäle zwischen den Wasserpflanzen vorantreiben und dabei ihre Netze auslegen. 

Die tschechische Gruppe kommt retour und baut noch ihre Dachzelte auf. Mit dem Spaten zieht einer eine kreisförmige Furche in den Sand, um den Platz fürs Feuer zu markieren. Diese Methode hat er bestimmt beim Militärdienst oder den Pfadfindern gelernt, damit die Flammen nicht auf das umliegende trockene Gras überspringen. 

Wir winken zum Abschied und trollen uns im Abendlicht zurück auf unseren Platz, wo sich Martin ebenfalls gleich um unser Lagerfeuer aus zuvor im Busch gesammelten Ästen kümmert. Allerdings heizen wir unseres auf dem blanken Lehmboden an, der Feuerschutzkreis erübrigt sich daher. 

Heute gehen wir früh schlafen. Das Hippo in der Nähe grunzt noch – begleitet von vielfältigem Gezwitscher des Vogelchors – ein dumpfes Gute-Nacht-Lied und schon brumme ich zufrieden weg. Geweckt werden wir in der Dämmerung wieder von den Gänsen und Kiebitzen, das sind offenbar die Frühaufsteher. Kurz nachdem ich aus Luna aussteige, kommt zu Fuß ein Ranger aus dem Gebüsch, sein Gewehr lässig über die Schulter gehängt. Fröhlich erwidert er meinen „Good morning“-Ruf und kommt näher. Wir plaudern ein wenig. Als ich mit Bedauern erwähne, dass wir am Vortag noch keine Lechwe-Herden am Wasser gesehen haben, gibt er mir den entscheidenden Tipp mitsamt exakter Wegbeschreibung. “You should walk there now, there are plenty of them, just a few hundred meters away in the reeds”. Ich danke ihm und hüpfe erfreut zu Martin, der noch unter der Bettdecke liegt. “Komm, aufstehen! Wir machen einen Morgenspaziergang!” Seine Antwort ähnelt einem Nilpferd-Grunzen und hört sich circa so an: “Grrrunnnnmmm”. Auf mein Versprechen, dass es danach ein gutes Frühstück gibt, springt er dann aber eh schnell auf und ein paar Minuten später stapfen wir mit Fernglas und Kamera um den Hals los. Die frische Morgenluft und das weiche Licht tun gut und wir finden schnell die Herden. Sie sind extrem scheu und so unternehmen wir mehrere vorsichtige Annäherungsversuche. Doch die aufmerksamen Wachposten warnen ihre jeweiligen Gruppen, worauf sie eng gedrängt alle gleichzeitig davonsausen, mal ins Gebüsch, mal in Richtung Schilfgürtel. Nach hinten und zu uns sichern ein paar Böcke ab. All die Deckung nutzt nichts, die Fluchtdistanz liegt etwa bei 200 Metern, und so müssen wir uns mit dem schönen Anblick auf die fluffig weich aussehenden Antilopen aus größerer Entfernung durch das Fernglas begnügen. Wir genießen trotzdem die einmalige Szenerie und schlendern unter Beobachtung von Gänsezügen, Reihern und Ibissen retour zu unserem Camp. Jetzt haben wir uns das gute Frühstück redlich verdient! Das Grunzen neben mir klingt deutlich erfreuter als noch vor einer Stunde!

Während wir den starken Kaffee schlürfen, kommt ein voll bepackter Lastwagen mitsamt herabwinkenden Passagieren auf der Ladefläche um die Kurve gerumpelt. Er bleibt nicht der einzige. Auf der Fahrt hinaus zum Gate begegnen uns weitere. Der Mitarbeiter am Gate erklärt uns dann, dass zweimal die Woche (Dienstag und Donnerstag) drinnen am Fischmarkt tatsächlich Fischhandel betrieben wird. Mit leuchtenden Augen erwähnt er noch, dass es auch bei ihm heute Abend frischen Fisch zum Abendessen geben werde.  Befragt zur besten Strecke nach Namwala, schickt er uns ohne langes Zögern zurück auf die neue Teerstraße. Von da geht’s dann gut dahin bis zum quirligem Provinzhauptort dieser landwirtschaftlich bedeutenden Gegend. Links und rechts von der Straße werden überwiegend Mais, Sonnenblumen und manchmal auch Maniok angebaut. Dazwischen liegen weitläufige Gebiete, in denen die Rinder frei umherstreifen. Vor der Stadt befindet sich dann auch ein Sammelpunkt von „Zambeef“ und große Lagerhallen, in denen Maisreserven in Säcken aufgetürmt verwahrt werden. 

Wir tanken ein wenig Benzin nach und folgen dem GPS in Richtung Westen, tiefer hinein in die „Kafue Flats“ südlich des Flusses. Die enge Piste vorbei an einfachen Hütten durch lichten Wald mit einzelnen hohen Palmen ist schon lange nicht befahren worden, sie gewährt uns manchmal einen Blick auf den Fluss. Nach dem Waldstück öffnen sich vor uns die weiten, baumlosen Ebenen. Hier verirren wir uns erstmal ordentlich, die Wege sind nicht mehr klar erkennbar oder es gibt Mehrfachspuren, wie sie oft auf überflutetem Grasland entstehen, wenn die Fahrer aufgrund des Wasserstandes den Verlauf der Straße nicht mehr sehen. Sobald das Wasser wieder weg ist, bleiben nur die Rillen über, die dann jedoch zu allem Überfluss noch von Tierpfaden überlagert werden. Ein perfektes Wegegewirr also, um ein wenig die Orientierung zu verlieren. Das Navi zeigt uns eine Trasse, wo definitiv keine mehr sein kann. An deren Stelle hat der Fluss einen tiefen Graben ausgewaschen, hier fahren wir nicht rein. Weiter südlich und ein Jausenbrot weiter probieren wir es erneut nach Westen einzubiegen und befragen dann ein paar Einheimische auf Motorrädern. Einer zeigt uns die richtige Einfahrt auf die Strecke nach Musungwa, und wir suchen uns einen Übergang über einen kleineren Graben. Doch zehn Minuten später kommt uns ein anderes Motorrad hinterher. Der Fahrer fuchtelt und will mit uns sprechen. Er erklärt uns in gebrochenem Englisch, dass es leider doch nicht möglich sei, diese Strecke bis Musungwa durchzufahren. Irgendwo nach dem nächsten Ort soll sie noch vollkommen überschwemmt und für Autos unpassierbar sein. Wir folgen dem Rat der Einheimischen und drehen um, nun kommt doch Plan B ins Spiel. Auch der andere Motorradfahrer begegnet uns nach unserer Umkehr nochmal. Er entschuldigt sich, er hätte das selbst nicht gewusst, uns dann aber seinen Freund mit dem schnelleren Fahrzeug hinterhergeschickt, um uns aufzuhalten. Dafür zeigt er uns jetzt den direkten Weg am Fluss entlang zurück nach Namwala. Wieder einmal beweisen uns die freundlichen Sambier ihre herzliche Hilfsbereitschaft, die uns das Land so sympathisch macht. Dort wollen wir über den holprigen Damm entlang hinaus zum Pontoon über den Kafue, um auf der anderen Seite nach Itezhi-Tezhi zu fahren. Die Trasse ist in sehr schlechtem Zustand, ein entgegenkommender kleiner PKW verschwindet fast in den tiefen Gruben in der Straße, selbst für Luna ist das eine Herausforderungen. Für die acht Kilometer am (und immer wieder auch neben dem) Damm brauchen wir eine Stunde, dann erreichen wir endlich die die Fähranlegerstelle. Das Pontoon-Boot ist eben von der gegenüberliegenden Seite lostuckert. Die zwei Motoren treiben es kraftvoll voran, somit ist unsere Wartezeit nur kurz. Erstmals fährt Martin Luna auf eine Fähre, 150 Kwacha (7 EUR) kostet die Überfahrt für Auto und Passagiere, und wir gehen/fahren nach nur fünf Minuten am anderen Ufer von Bord. 

Was folgt, sind 65 lange, teils holprige, abwechselnd von Wellblech und Schlaglöchern bereicherte Kilometer. Martin hält tapfer durch, ich kippe auf Grund des anhaltenden Geschaukels kurz in einen unruhigen Schlaf. Das Navi zählt endlich nur mehr wenige Kilometer bis zu unserem Ziel, und wir sind froh, endlich über den riesigen Staudamm hinauf nach New Kalala zu fahren. Just zum Sonnenuntergang stehen wir an der Rezeption des uns von früheren Reisen bekannten, netten Camps und sehen gerade noch, wie die rote Kugel am Horizont ins Wasser des riesigen Stausees fällt. Die Crew ist hocherfreut, heute doch noch Gäste zu haben. Wir stellen Luna auf unseren grasigen Lieblingsplatz mit Blick auf den Damm. Der Wasserstand ist extrem hoch im Vergleich zu unserem letzten Besuch, da sind wir noch hunderte Meter zum Bootsanleger zwischen den Granitboldern hinabspaziert. Jetzt ragen nur mehr ein paar wenige Spitzen dieser Felsen über die Wasseroberfläche. Nach vielen Jahren extremer Trockenheit hat Sambia nach den starken Regenfällen der letzten Saison hier eine massive Reserve für die Stromproduktion, das – teilweise mit österreichischer Technologie (Elin) gebaute -Kraftwerk ist der wichtigste Energie-Produzent des Landes. Auch die Bauern unterhalb des Stausees werden von den Wassermengen in den kommenden Wochen profitieren.

Glücklich hier zu sein und nach einer wohltuenden heißen Dusche lassen wir unser heutiges Fahrabenteuer bei frischem Fischfilet und einem kühlen Windhoek Lager Revue passieren. Was für ein Tag!

Tipps für den Lochinvar Nationalpark (Stand Mai 2026):

Zwei Nächte hat sich der Park verdient.

Es gibt keinerlei Infrastruktur, also unbedingt alles mitnehmen. Stehen kann man überall, wir empfehlen aber, nach der Abzewigung zur Gips-Mine zu campen, da der Park dann wilder wird und in der Nacht keine Störung zu erwarten ist. Holz darf man im Park sammeln, bei der Lagune gibt es genügend abgestorbenen Busch.

An der Lagune würden wir eher weiter weg vom Fischmarkt campen, denn dort kann es zweimal in der Woche durchaus betriebsam werden!

Die Straße in den Park ist anfangs ganz ok, wird nach der Mine bis zur Lagune jedoch wesentlich schlechter. Man braucht etwa eine Stunde vom Parkeingang bis zur Lagune, der letzte Teil vor der Lagune kann in der Regenzeit durchaus herausfordernd werden!

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